Spannende Spannungen

In der letzten Zeit wir mir immer mehr bewusst, wie stark mein Leben gerade von Spannungen und Gegensätzen geprägt ist, welche nicht so leicht zusammengehen. Spannungen die durch die Fernbeziehungen entstehnen, durch mein Studium. So pendel ich jede Woche zwischen verschiedenen Welten. Verbringe die Woche mit Geistesakrobatik im Bürgerlichen Heidelberg, untterhalte mich mit Komilitonen vor allem über Belange des Studiums, und mache mir viele theoretische Gedanken über Gott und die Welt. Abends ist es die Ermüdung meines Gehirns, dass den Betrieb verweigert, welche mit ins Bett treibt. Am Wochenende tauche ich dann in die Welt von Kleinbürgern, Harz IV empfängern und vor allem Kindern aus Mitgrantenfamilien ein und arbeite praktisch mit diesen Menschen. Auch hier begegne ich Gott, aber vielweniger in meinem Kopf sondern vielmehr im Lächeln eines Kindes, einer Hand die nach meiner greift. Hier lassen mich meine erschöpften Glieder, von Kinderschreien Tauben Ohren und ein vom Ermahnen und Liebhaben erschöpfter Geist tief schlafen.

Auch ist es nicht immer leicht, Gedanken aus meiner Studienwelt mit Eva zu teilen, und umgekehrt ihre Probleme und Freuden die eine Arbeit mit Kindern mit sich bringt anzuhören.
Ich pendele zwischen zwei Welten, räumlich, gesellschaftlich, persönlich. Manchmal scheint es, dass diese Welten unvereinbar sind, zu weit auseinander liegen, manchmal nicht mal voneinander wissen, dass sie existieren. Und manchmal merke ich, es ist derselbe Gott, der sich nicht zu fein ist, in einer Welt aufzutauchen, welche so weit weg zu sein scheint von seiner Heiligkeit und Größe.  Und es ist derselbe Gott, der so tief, so unergründlich ist, dass er Menschen herausfordert in eine Welt des Wortes einzutauchen und zu versuchen ihn zu ergründen.
Wahrscheinlich hat Gott selbst gefallen daran in beiden Welten aufzutauchen. In der Welt des Gedankens, des Wortes, und in der Welt des Handelns, der Tat.
Somit erlebe ich es als eine Unglaubliche Bereicherung in diesen Zwei Welten zu leben, hin- und her zu wechseln und Gott in beidem zu suchen, auf dass er sich finden lasse. Im Moment möchte ich dies nicht missen.
Dies ist glaube ich mein Anspruch an mich selbst: Ich möchte lernen in die Tiefe der Schrift, in die Unergründlichkeit Gottes zu sehen und davon zu reden, aber ich möchte nie vergessen, wie gut es ist, mit einer Gruppe Halbstarker Jungs, die sich alle für Messi halten, Fußball zu spielen.

Somit auf ins neue Semester!

2 Kommentare

Eingeordnet unter Glaube gelebt, Studium, Theologie

2 Antworten zu Spannende Spannungen

  1. Eva

    meinst du Gottes Heiligkeit und Grösse ist in mitten der Kinder und der vergessenen Menschen hier wirklich fern oder nicht vielmehr gerade da erkenntlich? wer braucht einen grossen Gott, wenn er sich alles erklären kann?
    Bin froh, dass du dich auf die Spannung einlässt.
    Eva

  2. Alex

    Ich glaube, dass ist das Geheimnis, dass es uns so vorkommt, dass Gott so weit weg ist von dieser Welt, gerade von so einer Hoffnungslosen und er überhaupt nicht hereinpasst.
    Aber es stimmt was du sagst, Gottes Heiligkeit ist wahrscheinlich gerade dadurch bestimmt, dass er selber 30 Jahre lang Barfuss durch den Staub Palästinas schlappte, und sich gerade in Hoffnungslosen Gegenden, mit einfachen Menschen am wohlsten fühlt.
    Weswegen man dort seine Lebendigkeit sicher besser entdecken kann.

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